In den letzten Monaten wurden bei der WVI einige Verkehrsmodelle aktualisiert, die wir bereits seit mehreren Jahren begleiten. Dabei kamen die aktuellen Ergebnisse der großen Haushaltsbefragungen zum Verkehrsverhalten „Mobilität in Deutschland 2023 (MiD)“ und „System repräsentativer Verkehrsbefragungen 2023 (SrV)“ zum Einsatz. Dies macht es möglich, bereits viele der während der Pandemie beobachteten Änderungen im Verkehrsverhalten der Bewohner zu berücksichtigen. Bisher wurden diese im Rahmen von Prognosen als entsprechende Veränderungen gegenüber der Vor-Corona-Zeit in die Eingangsdaten eingebracht. Dies bezieht sich auf die Trends zum mobilen Arbeiten („HomeOffice“), verstärktes Online-Shopping, veränderte Wegehäufigkeiten insgesamt, veränderte Tagesganglinien und veränderte Verkehrsmittelpräferenzen in den einzelnen Personengruppen.
Die Aktualisierungen haben wir in den Verkehrsmodellen für die Städte Ulm und Neu-Ulm, die Stadt Würzburg und die Region Hannover eingebracht. Für alle drei Räume soll das Verkehrsmodell anschließend im Rahmen von strategischen Rahmenplanungen (Klimamobilitätsplan in Ulm, Mobilitätsplan in Würzburg und SUMP in der Region Hannover) eingesetzt werden. Dementsprechend gehören die geforderten Sensitivitäts- und Realitätstests zu unserem Leistungsumfang.
Eine besondere Herausforderung besteht bei der Fortschreibung des Verkehrsmodells für die Region Hannover. Zum Zeitpunkt des neuen Analysefalls im Jahr 2023 war die Angebotsqualität im ÖPNV nicht durchgängig bei allen Verkehrssystemen gegeben. Dementsprechend hat sich eine geringere Fahrgastnachfrage eingestellt, die sich wahrscheinlich nicht ausschließlich über Verhaltensänderungen bei den Nutzern erklären lässt. Im Rahmen der Kalibrierung wird deshalb die ungenügende Angebotsqualität berücksichtigt, um die geringere Fahrgastnachfrage abzubilden. In einem gesonderten Analysefall 2023* werden wir anschließend die ungenügende Bewertung des Angebots herausnehmen, um zu schauen, welches Fahrgastaufkommen sich eingestellt hätte, wenn der Fahrplan durchgängig hätte eingehalten werden können. Dieser zusätzliche Analysefall ist wichtig, da wir auf dieser Basis die Prognose erstellen werden, bei der wieder eine hohe (perfekte) Angebotsqualität unterstellt wird.
Neben den aufgeführten Verkehrsmodellen ist aktuell die Erstellung des Verkehrsmodells für den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) in der Bearbeitung. Bei diesem bundesländerübergreifenden Modell wird bezüglich der Daten zum Verkehrsverhalten der Bewohner bereits auf die Ergebnisse der aktuellen Befragungen zurückgegriffen. Der Fokus liegt bei diesem Modell auf der Abbildung der Fahrgastnachfrage in den Schienenverkehrssystemen des Nahverkehrs.